FAQ's

Die häufigsten Fragen & Antworten

Hier zeigen wir Ihnen die am häufigsten auftretenden Fragen und Antworten zur richtigen BARF-Fütterung. Ihre Frage konnte hier nicht beantwortet werden? Stellen Sie Ihre Frage einfach an BARF-Expertin Tanja Michels über die E-Mail-Adresse info@barfen.de und erhalten nach nur kurzer Zeit Ihre persönliche Antwort.

Die Fütterung von rohem Fleisch ist eine artgerechte Nahrung für Hunde und Katzen. Da beide Tiere Fleischfresser sind, erhalten sie durch rohes Fleisch und Innereien die wesentlichen natürlichen Nährstoffe, die für eine ausgewogene Ernährung erforderlich sind.  Ergänzend sollte eine Mahlzeit einen pflanzlichen Anteil enthalten, um alle Mineralien, Vitamine und wichtigen Nahrungsbestandteile abzudecken.

Die Umstellung auf rohe Ernährung kann sowohl langsam als auch sofort erfolgen. Hier sollte individuell entschieden werden, welche Vorgehensweise man für sein Tier bevorzugt. Ein erwachsenes gesundes Tier kann auch eine direkte Umstellung in der Regel gut vertragen, ggfs. können die ersten Mahlzeiten gekocht (keine Knochen!) gefüttert werden, um das Tier an die neue Nahrung heranzuführen. Wir raten zu aber zu einer langsamen Futterumstellung. Bei sehr jungen und älteren Tieren sowie solchen mit einem empfindlichen Verdauungstrakt sollte in jedem Fall eine langsame Gewöhnung über mehrere Tage erfolgen. Empfehlenswert ist anfangs auch die Fütterung von kleineren Mengen, die nach und nach gesteigert werden.

Der Verdauungssaft des Hundes kann die Zellulose der pflanzlichen Zellwände nicht aufschließen. Und im Gegensatz zum Menschen fehlen ihm mahlende Backenzähne, die für eine ausreichende mechanische Zerkleinerung sorgen. Die zellulosehaltigen Pflanzenzellwände wären für den Hund so unverdaulich. Im pürierten Zustand können alle wichtigen Vitamine und Mineralien vom Hund aufgenommen und Gemüse und Obst gut verdaut werden. Gekochtes oder blanchiertes Gemüse ist ebenfalls möglich, verliert jedoch über diese Zubereitungsart einen Teil der wichtigen Vitamine und Enzyme.

Im rohen Zustand sind Hühnerknochen nicht gefährlich, vorausgesetzt, es ist noch ausreichend Fleisch dran (wie zum Beispiel am Hühnerhals) und sie sind nicht von alten Hühnern. Ratsam ist es, Knochen von Masthühnern und nicht solche von älter geschlachteten Suppenhühnern zu verwenden. Anders verhält es sich bei gekochten Hühnerknochen – diese sind sehr gefährlich, weil Sie sehr hart und trocken sind und somit scharfe Splitter bilden und den Hund massiv verletzen können.

Man unterscheidet zwischen weichen und harten Knochen. Weiche Knochen kann der Hund komplett verspeisen, harte Knochen lediglich abnagen. Besonders gut eignen sich Knochen von jungen Rindern oder vom Kalb, Hühnerhälse und Hühnerflügel sowie Putenhälse. Die Knochen sollten viel Fleisch enthalten - ein Verhältnis von 50 % Knochen und 50 % Fleisch ist ideal.

Gelegentlich sollte die Fleischmahlzeit durch Fisch ersetzt werden. Alle Fische, die auch dem menschlichen Verzehr dienen, können an den Hund verfüttert werden. Die Gräten im rohen Fisch sind elastisch und weich und daher in der Regel unbedenklich für den Hund. Sicherheitshalber kann man größere Gräten entfernen.
Fisch ist reich an Vitamin A, D, B2, B6, B12, Jod und Selen, Phosphor, Eisen, Kalium und Magnesium sowie an essentiellen Fettsäuren. Sein hoher Gehalt an Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren machen den Fisch besonders wichtig für die Ernährung.

Roher Fisch enthält Thiaminase, ein Enzym, das Vitamin B1 zerstört. Deshalb sollte auf ausreichende Fütterung dieses Vitamins geachtet oder der Fisch gegart verfüttert werden.

Nein, Sie brauchen keine Sorgen haben, denn das ist ganz normal bei einem gebarften Tier. Die Komponenten Fleisch und Gemüse enthalten einen Großteil an Wasser und verhältnismäßig wenig Salz. Der Wasserbedarf ist daher deutlich geringer als bei einem Tier, das Trockenfutter erhält.

Die Menge des Stuhlgangs ist ein Indikator dafür, wie viel der Hund von seiner Nahrung bei sich behält und entsprechend verwertet. Bei der Fütterung mit natürlichen Bestandteilen wie rohem Fleisch und Gemüse ist die Reduzierung des Stuhlgangs völlig normal. Der Hund kann die Nahrungsbestandteile erheblich besser verwerten und produziert somit weniger „Abfallprodukt“ in Form von Kot.

Ja, man kann Getreide in die Hundefütterung integrieren. Der Organismus des Hundes ist allerdings nicht auf große Mengen kohlenhydratreiches Getreide ausgelegt. Daher ist es ratsam, nicht zu große Mengen an Getreide zu verfüttern. Besonders Hunde, die Allergien gegen bestimmte Getreidearten aufweisen, sind mit einer getreidefreien Fütterung besser versorgt. Möchte man trotzdem gerne Getreide verfüttern, sollte nach Möglichkeit auf ursprüngliche Sorten zurückgegriffen werden, da diese für den Hund am verträglichsten sind. Zu den ursprünglichen und zugleich glutenfreien Getreidearten zählen unter anderem Amaranth, Dinkel, Quinoa und Hirse. Wenn dein Hund Getreide roh nicht gut verträgt, du aber nicht darauf verzichten möchtest, gibt es auch hier eine meist einfache Lösung: Erhitzt oder in geflockter Form sind Getreidesorten oft erheblich besser verdaulich und verträglich.

Beides ist möglich. Gewolftes Fleisch ist etwas leichter zu verdauen und es kann leicht Gemüse beigemischt werden. Große Fleischstücke frisst der Hund langsamer und pflegt dabei noch seine Zähne. Zudem ist Fleisch in größeren Stücken länger haltbar.

Grundsätzlich sollte Roh-und Fertigfutter getrennt werden. Fertigfuttermittel haben durch den oft hohen Getreideanteil längere Verdauungszeiten, wogegen das Rohfutter wesentlich leichter verdaulich ist. Wenn sich beide Futtersorten zur selben Zeit im Verdauungstrakt befinden, kann das bei einigen Hunden zu Blähungen und Bauchkrämpfen führen. Soll doch mal eine Mahlzeit mit Fertigfutter gefüttert werden, sollte ausreichend Zeit (mind. sechs Stunden) zwischen der Fertigfutter – und der Rohfuttermahlzeit liegen. So hat der Hund genug Zeit, in Ruhe zu verdauen.

Bei älteren Tieren ist eine langsame Umstellung ratsam, da die Verdauung etwas schwerfälliger sein kann. Anfangs sollten nur kleine Mengen verfüttert werden, die nach und nach gesteigert werden. Ältere Hunde haben in der Regel schon abgenutzte Zähne, einen reduzierten Speichelfluss und eine träge Darmtätigkeit. Sie können evtl. keine zu großen Fleischbrocken und Knochen zerkauen und nur langsam verdauen. Daher ist es sinnvoll, immer nur wenig Knochen und mehr Fleisch, Fett und Innereien zu füttern. Gewolftes Fleisch und gewolfte fleischige Knochen sind für Senioren am besten geeignet.

Wie viel der Hund von welcher Zutat benötigt, hängt von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ab. So spielen z.B. Größe, Rasse, Alter, Aktivität, Leistung und Konstitution eine Rolle. Einen anfänglichen Futterplan zu erstellen hat sich als sehr hilfreich erwiesen.

Im rohen Zustand sollte kein Schweinefleisch an den Hund verfüttert werden. Schweinefleisch kann unter Umständen mit dem Virus der Aujeszkyschen Krankheit kontaminiert sein, das für Hunde und Katzen zum Tod führen kann.

Grundsätzlich ist das Füttern von Rohfutter nicht teurer als ein handelsübliches Premium Futter. Wie Berechnungen zeigen, liegen die absoluten monatlichen Kosten für Rohfutter eher im Mittelfeld. Durch die vielfältige Auswahl an Bezugsquellen kann man den Preis für sein Rohfutter entsprechend selber steuern – reines Biofleisch und Biogemüse liegen beispielsweise in einer höheren Preiskategorie. Wenn man saisonales Gemüse und Obst verwendet, kann man deutlich günstiger einkaufen.

In der Regel sollte ein Hund zweimal täglich (morgens und abends) eine Mahlzeit erhalten. Junghunde und Welpen sollten bis zu fünf Mahlzeiten am Tag erhalten, damit sich der Magen-Darm-Trakt an die Futterportionen gewöhnen kann. Knochen und fleischige Knochen sollten vorzugsweise morgens gefüttert werden, da Sie dann einen längeren Zeitraum haben, um gut verdaut zu werden. Hunde, die zu einer Magendrehung neigen, können auch mehrmals am Tag gefüttert werden. Werden - statt zwei großer Portionen morgens und abends - häufiger kleinere Mengen Futter zu sich genommen, reduziert sich das Risiko einer Magendrehung.

In den ersten Tagen der Umstellung kann es zu Durchfall kommen. Der Magen-Darm-Trakt muss sich erst auf die neue Nahrung umstellen. Meist stellt sich aber nach 1-2 Tagen wieder eine normale Verdauung ein.

Bei schonender Umstellung über mehrere Tage reduzieren sich Irritationen des Verdauungstraktes erheblich.

Knochen liefern essenzielle Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Fütterung von Knochen stellt daher in der Rohfütterung für Hunde einen wichtigen Bestandteil dar. Lässt man die Knochen einfach weg, fehlt es dem Hund an Zink, Calcium, Magnesium, Kalium und Phosphor. Wenn aus verschiedenen Gründen keine Knochen gefüttert werden können, muss man die Mineralstoffe und Spurenelemente anders ersetzen. Eine mögliche Alternative zur Knochenfütterung ist Knochenmehl in Pulverform. Dieses wird aus reinen Knochen hergestellt und enthält daher alle Nährstoffe, die in Knochen natürlicherweise vorkommen.

Fleisch und Gemüse können vor Ort frisch gekauft und mit einem mitgebrachten Pürierstab verarbeitet und gefüttert werden. Alternativ kann man bereits mehrere Portionen daheim vorbereiten und eingefroren mitnehmen. Für unterwegs gibt es auch fertige Rohfuttermischpakete zu kaufen.